Am 12.04.2026 waren zwei unserer Gesnossen in Frankfurt zu Besuch bei der “Antikapitalistischen Linken AKL” der Partei “Die Linke” (kurz PdL).
Die Antikapitalistische Linke ist Teil des linken Flügels der PdL und lehnt den Kapitalismus als Staats- und Wirtschaftsform kategorisch ab. Das macht sie zu einer relativ kommunismuskompatiblen Strömung, die in der Partei für ihre “radikalen” Anträge – im Vergleich zum Rest der Partei – bekannt ist.
Beim Besuch vor Ort fielen viele marxistische Begrifflichkeiten, was die anwesenden Genossen erfreute. Einige sprachen offen über marxistische Themen, ohne das dies ein Problem war. Ein krasser Kontrast zu den Berichten anderer Parteimitglieder der PdL. Es wurde das geplante Programm für den Parteitag besprochen und über Anträge sowie Delegierte abgestimmt. Die anwesenden Besucher durften trotz Zugehörigkeit zur Gruppe nicht mit abstimmen. Begründet wurde dies mit der Tatsache dass die Delegierten die Partei betreffen würden. Zwar ist es logisch als parteifremder nicht Delegierter innerhalb der Partei zu sein. Ob das aktive Stimmrecht gleich mit aberkannt werden muss ist jedoch eine andere Frage.
In der Mittagspause gab es auch einige interessante Gespräche über DKP und SDAJ, die durchaus gemischte Reaktionen in der heterogenen Gruppe verursachten. Wie üblich in linken Kreisen gab es rege Dispute über ehemalige und aktuelle sozialistische Länder und deren Aktivitäten im Weltgeschehen.
Später wurde unter anderem die “Palästinafrage” aufgebracht, sowie die zionistischen Strömungen innerhalb der PdL. Auch hier war die AKL erstaunlich materialistisch und die Mitglieder recht einheitlich sicher in ihrer Position. Mehrheitlich herrschte tiefes Wissen und wenig Vorbehalt gegenüber dem weiterhin stattfindenden Genozid, sowie die Opposition zum zionistischen Lager in der Partei. Es ist erfreulich, dass es derart progressive Positionen inzwischen in größeren Gruppen innerhalb der noch jungen Massenpartei PdL gibt.
Linke in Deutschland sehen sich nicht nur dem Feind des Faschismus, des Zionismus und des Kapitalismus gegenüber. Ein weiterer Feind ist die Zerstreuung, der Dogmatismus, die Bildungsfeindlichkeit und das Desinteresse.
Wie Lenin einst sagte ist es die Aufgabe der Kommunisten die Mehrheit der Arbeiterklasse hinter sich zu sammeln und diese zu führen. Wer eine Massenpartei wie die PDL bei dieser Rechnung außen vor lässt, braucht eher Nachhilfe. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe Verbindungen mit allen Feinden des Kapitalismus aufzunehmen, diese zu organisieren, uns mit ihnen zu solidarisieren und gemeinsam den Kampf zu führen.
Natürlich heißt das nicht, dass die PDL als Partei der Weisheit letzter Schluss ist. Der Repressionsapparat weiss durchaus, wie man eine Partei von der wirklichen Organisation fernhält und zeigt dies mit gezielten Angriffen, Ausschlussanträgen, Anzeigen und Diffamierungskampagnen gegen “zu aktive” PDL Mitglieder. Für diese bietet die DKP einen sicheren Hafen.
Also: Durchaus sympathische Tendenzen hinsichtlich der AKL. Zur Eintrittsempfehlung die PDL reicht es nicht, doch der geneigte antikapitalistische Leser wird auf jeden Fall gebeten: Wenn du in der Linkspartei bist, tritt der AKL bei! Zum Austritt aus der Linkspartei werden wir ebenfalls nicht aufrufen denn, auch wieder Lenin: “Ein Kommunist geht niemals. Ein Kommunist lässt sich herauswerfen!” – Aus seinem Buch “Was tun?“. Außerdem erlaubt die DKP Doppelmitgliedschaften aber pssst! 🤫
Vielen Dank fürs Lesen und Rote Grüße aus Wiesbaden.
Eure DKP.
